Reutlingen braucht keine Dietwegtrasse

Kommunalpolitik

Reutlingen braucht keine Dietwegtrasse. Die Straßenverbindung zwischen der Roanner Straße und der Rommelsbacher hätte erhebliche negativen Wirkungen: Diese Nachteile sind so gravierend, dass die Verkehrsplaner Dr. Huber-Erler und Dr. Topp dem Gemeinderat empfehlen, die Planung dieser Straße nicht weiter zu verfolgen. Dies ist ein erstes Ergebnis der Auswertung der Verkehrszählungen und der Berechnungen im Verkehrsmodell im Rahmen der Vorbereitung zum neuen Verkehrsentwicklungsplan, welche am 16. März 2012 dem Gemeinderat vorgestellt wurden.

Die SPD Nordwest sieht sich in ihrem Widerstand gegen diese von der Reutlinger CDU geforderte Zerschneidung des Naherholungsgebiets am Dietweg bestätigt. Die Forderung der Bürgerinitiative und der Bürgerschaft wurden jetzt wissenschaftlich untermauert.
Wenn der Scheibengipfeltunnel in Betrieb geht, werden sich die Verkehrsströme verändern. Deshalb wird jetzt geplant, wie der Verkehr gelenkt werden muss, damit die Verkehrsentlastung an der richtigen Stelle wirksam wird und keine Belastung für Orschel-Hagen und Sondelfingen oder andere Stadtteile eintritt.(siehe auch Seite 3)
Auf der Landkarte sieht die Verbindung zwischen dem nördlichen Tunnelausgang bei Sondelfingen und der B 464 beim Friedhof Römerschanze wie ein Lückenschluss aus. Dies ist jedoch ein Fehlschluss. Reutlingen ist für die meisten Fahrten Ausgangspunkt und Ziel. Nur 10 % des Verkehrs im Scheibengipfeltunnel ist Reutlinger Durchgangsverkehr. Dieser Verkehr hat in Richtung Stuttgart mit dem vierspurigen Ausbau des Maienwaldknotens in Metzingen eine attraktive Alternative über die B 312 erhalten.
Über die B 312 (in Richtung Metzingen) dauert heute die Fahrt nach Stuttgart 29 Minuten und über die B 464 (über die B 27) 31 Minuten. Nach der Inbetriebnahme des Scheibengipfeltunnels verkürzt sich die Fahrt über die B 312 um 3 Minuten. Über die Dietwegtrasse wäre die Fahrt nach Stuttgart genauso lang. Die Dietwegtrasse bringt also keinen Zeitgewinn.
Die Dietwegtrasse hat jedoch negative Folgen. Mehr Fahrzeuge würden über die Schanzstraße nach Betzingen fahren. Und ebenfalls mehr Verkehr würde es in Degerschlacht geben. Die kurze Verbindung würde zusätzlichen Verkehr in die Stadt ziehen. Lkws, welche wegen der Autobahnmaut eine Ausweichstrecke suchen, würden diesen Weg wählen. Auf der vierspurigen Ost-West-Trasse würden weniger Autos fahren und auf der Dietwegtrasse wären pro Tag ca. 20.000 Kfz unterwegs.
Das Naherholungsgebiet wäre zerstört. Die Straße müsste mit erheblichen Folgekosten für die Stadt im Tunnel geführt werden.
Deshalb fällt das Urteil der Sachverständigen eindeutig aus: Wegen der hohen Kosten, der erheblichen Eingriffe und der überwiegend negativen verkehrlichen Wirkungen wird empfohlen, die Dietwegtrasse nicht weiter zu verfolgen.